Treppenbeleuchtung nachrüsten, wenn die Treppe schon steht
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Treppenbeleuchtung nachrüsten geht in der Regel auch dann, wenn die Treppe längst steht. Ob Leuchten in der Wand gut passen, hängt aus unserer Sicht an der Wand neben den Stufen und am Weg der Leitung. Für Wandeinbauleuchten wird die Wand geöffnet, damit Dosen und Leitung hineinpassen. Den Anschluss an 230 Volt überlassen Sie einer fachkundigen Person. Wer die Wand nicht öffnen will, ist mit einer Lösung ohne Wandeinbau besser beraten.
Welche Wand sich für Einbauleuchten an der Treppe eignet
Die Treppenleuchten, die wir bei lambado führen, sitzen in einer Standard-Unterputzdose, also einer runden Dose in der Wand, wie man sie von Schaltern und Steckdosen kennt. Ob das bei Ihrer Treppe gut geht, zeigt deshalb zuerst die Wand neben den Stufen. Es kommt darauf an, woraus sie besteht, ob Putz oder Fliesen auf ihr liegen und ob sie geöffnet werden darf.
| Wand neben der Treppe | Was beim Nachrüsten passiert | Worauf Sie achten |
|---|---|---|
| Mauerwerk, verputzt | Löcher für die Dosen bohren, Schlitze für die Leitung fräsen, Dosen eingipsen, danach verputzen und streichen | Für Schlitze gelten Grenzen, in tragenden Wänden nach der Mauerwerksnorm |
| Trockenbau mit Gipskarton | Löcher für Hohlwanddosen, die mit Klemmen oder Krallen hinter der Platte halten | Die Leitung muss in eine Wand, die schon geschlossen ist |
| Gefliest | Jedes Loch und jeder Schlitz geht durch die Fliesen | Lieber eine Lösung ohne Wandeinbau, siehe unten |
Gemauerte Wand
Ein Schlitz, also eine schmale Rinne für die Leitung, entsteht im Mauerwerk mit einer Mauernutfräse, die sich auf die gewünschte Tiefe einstellen lässt. In tragenden Wänden legt die Mauerwerksnorm DIN EN 1996-1-1 mit ihrem deutschen Anhang fest, wie tief Schlitze sein dürfen, ohne dass jemand eigens nachweisen muss, dass die Wand weiter sicher trägt. Auch in nichttragenden Wänden sind Schlitze nicht beliebig. Waagerechte Schlitze setzen dort eine Mindestdicke der Wand voraus, und Hammer und Meißel sind nicht zulässig. Ob Ihre Treppenwand tragend ist, sollte deshalb vor dem ersten Schlitz feststehen. Die Regeln für beide Wandarten erklärt sanier.de zu Wandschlitzen genauer.
Trockenbauwand aus Gipskarton
In Gipskarton bohren Sie das Loch für die Dose viel leichter als in Mauerwerk. Hinein kommt eine Hohlwanddose, die für Wände mit Hohlraum gebaut ist. Unsere Treppenleuchten sitzen mit ihrem flachen Netzteil dann in genau so einer Dose. Schwieriger ist die Leitung. Beim Bau einer Trockenbauwand läuft sie durch den Hohlraum hinter den Platten, und die Metallständer dahinter haben dafür in der Regel Aussparungen. Ist die Wand schon geschlossen, kommt man an diesen Hohlraum nicht mehr ohne Weiteres heran. Wie die Leitung dann zu den Dosen kommt, lassen Sie sich am besten von der Elektrofachkraft an Ihrer Wand zeigen.
Woher der Strom an der Treppe kommt
Bevor gebohrt wird, sollte feststehen, woher die Treppenbeleuchtung ihren Strom bekommt. Fragen Sie dazu die Fachkraft, ob ein vorhandener Lichtschalter oder ein Deckenlicht an der Treppe als Ausgangspunkt taugt.
Hat eine Leuchte einen Eingang und einen Ausgang für den Strom, läuft die Verbindung von Leuchte zu Leuchte weiter, und nicht jede Leuchte braucht eine eigene Leitung. Das nennt man Durchschleifen. Unsere Treppenleuchte DOWN zum Beispiel hat einen solchen Ein- und Ausgang. Die Leitung führt dann von der ersten Leuchte zur zweiten, von dort zur dritten und so weiter.
Wo die Leitung in der Wand verläuft, ist nicht beliebig. Die Norm DIN 18015-3 beschränkt unsichtbar verlegte Leitungen in Wohngebäuden auf festgelegte Installationszonen, also Streifen in der Wand, damit die Gefahr sinkt, dass sie bei späteren Arbeiten beschädigt werden. In Wänden laufen Leitungen nach dieser Norm nur waagerecht oder senkrecht, wie Baunetz Wissen zusammenfasst. Treppenleuchten sitzen aber Stufe für Stufe versetzt, also auf einer schrägen Linie. Liegt eine Dose außerhalb dieser Streifen, führt nach Baunetz Wissen ein senkrechtes Leitungsstück aus dem nächsten waagerechten Streifen zu ihr, eine sogenannte Stichleitung. Wie das an Ihrer Treppe aussehen soll, besprechen Sie am besten mit einer Fachkraft.
Fotografieren Sie die offenen Schlitze mit einem Zollstock daneben, bevor verputzt wird. Dann wissen Sie auch in zehn Jahren noch, wo Sie nicht bohren sollten.
LED-Treppenbeleuchtung mit 230 Volt für die Unterputzdose
Für die Unterputzdose gibt es Wandeinbauleuchten mit LED für 230 Volt, deren flaches Netzteil mit in der Dose sitzt. Unsere Treppenleuchten werden so direkt ans Stromnetz angeschlossen und brauchen keinen externen Trafo, also kein eigenes Gerät außerhalb der Leuchte, das die Netzspannung umwandelt. Beim Nachrüsten halten wir das für einen echten Vorteil, weil Sie an der Treppe keinen Platz für ein zusätzliches Gerät suchen müssen. Die Leuchten passen in nahezu alle Standard-Unterputzdosen mit 68 mm Durchmesser und 60 mm Schraubenabstand, also dem Abstand der beiden Schraublöcher.
Maße und Einbautiefe einer Leuchte, also wie weit sie in die Wand reicht, stehen auf ihrer Produktseite. Gleichen Sie beides vor dem Kauf mit der Dose ab, die in Ihre Wand kommen soll.
Treppenbeleuchtung mit Bewegungsmelder nachrüsten
Auch eine Treppenbeleuchtung mit Bewegungsmelder lässt sich nachrüsten. Bei unseren Modellen sitzt der Melder in der Leuchte selbst, und sie passen wie die übrigen in Standard-Unterputzdosen. Unsere eckige Treppenleuchte mit Bewegungsmelder in Weiß zum Beispiel erkennt Bewegungen in bis zu 50 cm Abstand, tags wie nachts und ohne Dämmerungssensor.
Mehrere solcher Leuchten können jede für sich auf Bewegung reagieren oder gemeinsam angehen. Was Sie möchten, sagen Sie der Fachkraft, denn davon hängt ab, welches Kabel nötig ist. Entscheiden Sie sich deshalb zwischen Schalter und Bewegungsmelder, bevor die Leitung in die Wand kommt. Es sind unterschiedliche Modelle. Wie ein Bewegungsmelder schaltet und wo er Strom spart, erklärt unser Ratgeber zu Bewegungsmeldern.
Treppenbeleuchtung einbauen: der Ablauf in sechs Schritten
Beim Nachrüsten einer Treppenbeleuchtung kommt zuerst die Planung, dann die Arbeit an der Wand und ganz zum Schluss der Anschluss der Leuchten. Wir raten zu dieser Reihenfolge, damit die Wand nur einmal geöffnet werden muss.
- Wand prüfen. Mauerwerk oder Gipskarton, tragend oder nicht, verputzt oder gefliest.
- Mit der Fachkraft sprechen. Woher kommt der Strom, welchen Weg nimmt die Leitung, und welche Vorarbeiten übernehmen Sie selbst?
- Leuchten wählen. Mit Schalter oder mit Bewegungsmelder, und die Maße von der Produktseite mit der Dose abgleichen.
- Höhe anzeichnen. Wir empfehlen 15 bis 30 cm über der Stufe und eine Leuchte alle 2 bis 3 Stufen; mehr dazu im Beitrag zur richtigen Höhe.
- Wand öffnen und schließen. Löcher für die Dosen bohren, Schlitze fräsen, Dosen setzen und die Leitung mit ausreichend Überlänge einlegen. Erst wenn die Leitung liegt, wird verputzt, gespachtelt und gestrichen.
- Leuchten anschließen und einsetzen lassen. Vor jeder Arbeit an 230 Volt wird der Stromkreis an der Sicherung abgeschaltet, gegen Wiedereinschalten gesichert und auf Spannungsfreiheit geprüft.
Angenommen, eine gerade Treppe mit 15 Stufen führt an einer verputzten, gemauerten Wand ins Obergeschoss, und unten sitzt ein Lichtschalter. Die Eigentümerin prüft die Wand und klärt mit der Fachkraft, ob der Strom vom Schalter unten kommen kann und wie die Leitung zwischen den Leuchten verläuft. Bei einer Leuchte alle drei Stufen plant sie fünf Leuchten, sucht sie aus und zeichnet ihre Lage an. Dann entstehen Löcher, Schlitze und Dosen, und die Wand wird verputzt und gestrichen. Erst auf der fertigen Wand setzt die Fachkraft die Leuchten ein und schließt sie an.
Was Sie selbst übernehmen und was die Fachkraft
Selbst übernehmen können Sie vor allem die Planung, also Wand prüfen, Leuchten aussuchen und die Höhe anzeichnen. Ob Sie auch Vorarbeiten an der Wand erledigen, etwa die Löcher, die Schlitze oder später Putz und Farbe, sprechen Sie vorher mit der Fachkraft ab. Den Anschluss an 230 Volt überlassen Sie einer fachkundigen Person.
Wann eine Lösung ohne Wandeinbau besser passt
Ohne die Wand zu öffnen, lässt sich eine Treppe zum Beispiel mit LED-Streifen auf oder unter den Stufen beleuchten. Der Treppenbauer Bäthe nennt LED-Streifen ausdrücklich als Weg zum Nachrüsten ohne aufwendigen Umbau. Bewegungsmelder per Funk lassen sich laut Bäthe heute fast überall ohne größere Baumaßnahmen ergänzen.
Wenn Sie die Wand nicht öffnen können oder wollen, etwa weil sie gefliest ist oder weil Sie zur Miete wohnen, raten wir von Wandeinbauleuchten ab. Treppenleuchten mit Batterie oder Akku, die ganz ohne Leitung auskommen, haben wir nicht im Sortiment.
Häufige Fragen
Welche Treppenbeleuchtung gibt es für den Einbau unter Putz?
Für den Einbau unter Putz sind LED-Wandeinbauleuchten gedacht, die seitlich der Stufen in einer Dose in der Wand sitzen, mit Schalter oder mit eingebautem Bewegungsmelder. Einen Überblick über die Arten von Treppenbeleuchtung gibt unser Kaufberater Treppenbeleuchtung.
Lässt sich eine Holztreppe nachträglich beleuchten?
Ja, auch eine Holztreppe lässt sich nachträglich beleuchten, denn Wandeinbauleuchten kommen in die Wand neben den Stufen. Spots in der Wange, also dem tragenden, schrägen Bauteil seitlich der Stufen, sind laut dem Treppenbauer Bäthe ebenfalls nachträglich möglich. Ob das bei Ihrer Treppe geht, klären Sie mit Ihrem Treppenbauer und der Fachkraft.
Wie aufwendig ist das Nachrüsten unter Putz?
Das Nachrüsten unter Putz ist aufwendig, weil Löcher und Schlitze in die Wand kommen und die Wand danach wieder verputzt und gestrichen wird. Wie viel Arbeit es wird, hängt von der Wand und vom Weg der Leitung ab. Was es kostet, sagt Ihnen das Angebot der Fachkraft.
Fazit
Der nächste Schritt ist ein Blick auf die Wand neben Ihrer Treppe und ein Gespräch mit der Fachkraft über den Weg der Leitung. Passt beides, finden Sie Leuchten für die Unterputzdose in unserer Kategorie Treppenbeleuchtung, auch als Treppenbeleuchtung mit Bewegungsmelder. Wählen Sie dort ein Modell, das tagsüber schlicht in der Wand sitzt und nachts die Stufen zeigt.