Einbaustrahler richtig setzen, Abstand und Anzahl je Raum
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Wie viele Einbaustrahler ein Raum braucht, lässt sich rechnen: Fläche mal Helligkeit in Lux, geteilt durch die Lumen eines Spots. Verteilen Sie die Spots dann gleichmäßig. So ergibt sich der Abstand der Einbaustrahler, zur Wand bleibt die Hälfte. Ob das Licht damit gleichmäßig wird, hängt davon ab, wie breit ein Spot strahlt und wie hoch die Decke ist. Von einer festen Zahl je Quadratmeter für jeden Raum raten wir ab.
Wie viele Spots braucht ein Raum? Erst der Zweck, dann die Rechnung
Die Zahl der Spots für einen Raum hängt an drei Größen: der Fläche, der Helligkeit, die dort gebraucht wird, und dem Lichtstrom eines Spots. Der Lichtstrom ist die Lichtmenge, die ein Spot abgibt, gemessen in Lumen. Die Helligkeit auf einer Fläche heißt Beleuchtungsstärke und wird in Lux gemessen. Ein Lux ist ein Lumen, das einen Quadratmeter gleichmäßig ausleuchtet. Daraus ergibt sich die Rechnung:
Zahl der Spots = Fläche in Quadratmetern mal Lux, geteilt durch die Lumen eines Spots, aufgerundet
Wir bei lambado, einem Onlineshop für LED-Leuchten, empfehlen diesen Weg statt einer Rechnung mit Watt je Quadratmeter, denn bei LED gibt die Wattzahl keine Auskunft mehr über die Helligkeit einer Lichtquelle.
Vor der Rechnung steht die Frage, wofür das Licht da ist: Grundlicht für den ganzen Raum oder Licht für eine Fläche wie die Arbeitsplatte. Davon hängt der Lux-Wert ab. Richtwerte für Wohnräume nennt die Schrift licht.wissen 14 „Licht für Wohnräume“ aus dem Jahr 2019, herausgegeben von licht.de, einer Brancheninitiative des Verbands der Elektro- und Digitalindustrie (ZVEI).
| Raum | Richtwert |
|---|---|
| Küche | möglichst 500 Lux oder mehr; auf den Arbeitsflächen nicht unter 500 Lux |
| Bad | mindestens 300 Lux |
| Arbeitsplatz zu Hause | 300 bis 500 Lux im Raum, für Leseaufgaben mindestens 500 Lux |
| Wohnzimmer | kein Lux-Wert, dafür eine Empfehlung zur Zahl der Leuchten |
Das Ergebnis der Rechnung ist eine Näherung, und sie fällt eher zu knapp aus. Sie nimmt an, dass jedes Lumen auf der Fläche ankommt, die hell werden soll. Tatsächlich fällt ein Teil des Lichts auf Wände, Schränke und Decke, und dunkle Flächen werfen davon weniger zurück als helle. Deshalb: aufrunden, lieber einen Spot mehr vorsehen und dimmbar planen.
Rechenbeispiel Küche: von 12 Quadratmetern zu 8 bis 10 Spots
Eine Küche mit 12 Quadratmetern braucht für das allgemeine Licht 8 bis 10 Spots mit je 380 Lumen, wenn Sie mit unserer Faustregel von 250 bis 300 Lumen je Quadratmeter rechnen. Das ist unsere Faustregel und kein Richtwert: licht.wissen 14 empfiehlt für die Küche möglichst 500 Lux oder mehr, das wären 16 Spots. Die Küche im Beispiel misst 3 mal 4 Meter, die Decke ist 2,50 Meter hoch und die Arbeitsplatte liegt auf 0,90 Meter. So rechnen Sie:
- Lumen bestimmen. 12 Quadratmeter mal 250 bis 300 Lumen je Quadratmeter ergeben 3.000 bis 3.600 Lumen.
- Spot wählen. Wir rechnen mit dem flachen Einbaustrahler Rapid in Weiß. Er hat 380 Lumen, 5 Watt und einen Abstrahlwinkel von 120 Grad, verteilt sein Licht also breit.
- Teilen und aufrunden. 3.000 bis 3.600 Lumen geteilt durch 380 ergeben 7,9 bis 9,5, also 8 bis 10 Spots.
- Raster bilden. Das Raster ist die gleichmäßige Verteilung der Spots an der Decke. 8 Spots passen als zwei Reihen mit je vier, 10 als zwei Reihen mit je fünf. Die Reihen liegen 1,50 Meter auseinander und 75 Zentimeter von der Wand. Vier Spots in einer Reihe haben 1 Meter Abstand, fünf Spots 80 Zentimeter.
Die Arbeitsplatte bekommt ihr Licht zusätzlich, nach dem Richtwert mindestens 500 Lux, etwa aus Unterbauleuchten unter den Oberschränken oder aus der Spotreihe über der Arbeitsplatte. Welche Leuchte in welche Zone der Küche gehört, zeigt unser Ratgeber zur Küchenbeleuchtung.
Einbaustrahler-Abstand: zueinander und zur Wand
Der Abstand zwischen zwei Einbaustrahlern ergibt sich aus dem Raster: Raumlänge geteilt durch die Zahl der Spots in dieser Richtung. Von der Wand sind die Deckenspots halb so weit entfernt. Bei dieser Anordnung sitzt jeder Deckenspot in der Mitte eines gleich großen Feldes.
Ob das Raster gleichmäßig hell wird, entscheidet der Lichtkegel, also die beleuchtete Kreisfläche unter dem Spot. Der Abstrahlwinkel gibt an, wie breit sich das Licht unter dem Spot öffnet. Je weiter die Fläche entfernt ist, desto größer wird der Lichtkegel auf ihr. Wie breit der Lichtkegel wird, können Sie berechnen:
Durchmesser des Lichtkegels = 2 mal Entfernung mal Tangens des halben Abstrahlwinkels
Den Tangens liefert die Taste „tan“ auf dem Taschenrechner. In der Beispielküche zählt die Entfernung von der Decke zur Arbeitsplatte, also 1,60 Meter. Bei einem eng strahlenden Spot mit 38 Grad ist der Lichtkegel auf der Arbeitsplatte rund 1,10 Meter breit, bei den 120 Grad des Rapid rechnerisch rund 5,5 Meter. Der Lichtkegel zeigt nur, wie weit ein Spot sein Licht verteilt. Wie hell es wird, entscheiden die Lumen, deshalb bleibt es auch bei 120 Grad bei 8 bis 10 Spots.
Für gleichmäßiges Licht sollten sich die Lichtkegel benachbarter Spots auf der Arbeitsplatte überlappen. Mit dem Rapid tun sie das im Raster mehrfach, mit einem Spot von 38 Grad bei 1 Meter Abstand kaum noch. Welcher Abstrahlwinkel zu welchem Zweck passt, steht in unserem Ratgeber zum Kauf von LED-Spots.
In der Küche gehört die zusätzliche Reihe für die Arbeitsplatte über die Platte, also näher an die Wand als das Raster für das allgemeine Licht. Sitzen die Spots hinter Ihnen, wirft der Körper beim Arbeiten Schatten auf die Platte. Eine Faustregel nennt für diese Reihe 30 bis höchstens 50 Zentimeter Abstand zur Wand, solange dort keine Oberschränke hängen. Hängen dort Oberschränke, kommen Unterbauleuchten wie im Rechenbeispiel infrage.
Verbreitet ist auch eine Faustregel, die nur die Raumhöhe braucht: die halbe Raumhöhe zwischen zwei Spots, ein Viertel zur Wand. Bei 2,50 Metern wären das 1,25 Meter und gut 60 Zentimeter. Die Faustregel liefert schnell eine Anordnung, die Helligkeit kommt in ihr nicht vor.
Wann die Faustregel aus der Raumhöhe nicht passt
Die halbe Raumhöhe als Abstand führt aus unserer Sicht in drei Fällen in die Irre:
- Enger Abstrahlwinkel. Ein Spot mit 38 Grad wirft aus 2,50 Metern einen Lichtkegel von rund 1,70 Metern auf den Boden, mehr als die 1,25 Meter Abstand aus der Faustregel. Auf der Arbeitsplatte ist sein Lichtkegel aber nur rund 1,10 Meter breit, dort bleiben Lücken.
- Hohe Decke. Bei 3,50 Metern Raumhöhe ergibt die Faustregel 1,75 Meter Abstand und damit weniger Spots. In der Rechnung hängen die nötigen Lumen aber an Fläche und Lux, nicht an der Raumhöhe. Rechnen Sie dort also erst die Zahl der Spots und bilden Sie dann das Raster.
- Spots als einziges Licht. Mit 1,25 Metern Abstand passen in die Beispielküche zwei Reihen mit je drei Spots, also sechs. Mit 380 Lumen je Spot sind das 2.280 Lumen, verteilt auf 12 Quadratmeter also 190 Lumen je Quadratmeter statt 250 bis 300.
Bad und Wohnzimmer: Was sich an der Rechnung ändert
Im Bad rechnen Sie mit mindestens 300 Lux. Ein Bad mit 8 Quadratmetern braucht danach 2.400 Lumen, bei 380 Lumen je Spot sind das aufgerundet 7 Spots. Sieben Spots lassen sich nicht gleichmäßig verteilen, nehmen Sie deshalb 8, etwa zwei Reihen mit je vier. Für das Bad führen wir zum Beispiel den Einbaustrahler Agua in Weiß, ebenfalls mit 380 Lumen und mit der Schutzart IP44, also mit Schutz gegen Spritzwasser. Bei dunklen Wänden oder Fliesen brauchen Sie deutlich lichtstärkere Leuchten, weil dunkle Flächen das Licht absorbieren. In kleinen Bädern kann unter Umständen schon eine gute, helle Spiegelbeleuchtung als Grundlicht ausreichen.
Für das Wohnzimmer nennt licht.wissen 14 keinen Lux-Wert, für Schlafzimmer, Flur und Kinderzimmer auch nicht. Für das Wohnzimmer werden dort bei einem Raum mit 20 Quadratmetern mindestens drei, besser fünf Leuchten empfohlen, die das Grundlicht und das Licht für einzelne Zonen übernehmen. Für uns heißt das: Im Wohnzimmer gehören zu den Spots weitere Leuchten, etwa Steh-, Tisch- oder Pendelleuchten.
Wer für die Spots im Wohnzimmer trotzdem eine Zahl braucht, kann mit einer verbreiteten Faustregel rechnen: 100 bis 150 Lumen je Quadratmeter für das Grundlicht in Wohnräumen. Für 20 Quadratmeter sind das 2.000 bis 3.000 Lumen, bei 380 Lumen je Spot also sechs bis acht Spots. Das bleibt eine Faustregel und ist kein Richtwert. Wer für Schlafzimmer, Flur oder Kinderzimmer mit derselben Faustregel rechnet, kommt für einen Flur mit 6 Quadratmetern auf 600 bis 900 Lumen, also zwei bis drei Spots.
Vor dem Bohren: Raster auslegen und Hindernisse prüfen
Wenn Sie Deckenspots planen, hilft diese Reihenfolge: Zweck klären, Lumen und Zahl der Spots rechnen, Raster bilden, Lichtkegel prüfen und das Raster dann im Raum testen. Für den Test legen Sie das Raster mit Klebeband auf dem Boden aus oder kleben die Punkte an die Decke. So sehen Sie vor dem ersten Loch, ob ein Spot über einem Hochschrank, auf einem Balken oder auf einer Leitung landen würde.
Liegt ein Balken oder ein Schrank im Raster, verschieben Sie besser die ganze Reihe als einen einzelnen Spot, damit die Abstände gleich bleiben. Fällt dabei ein Spot weg, rechnen Sie die Lumen neu.
Den Einbau selbst beschreibt unser Ratgeber zum Einbau von LED-Spots. Der Einbaustrahler Rapid wird direkt ans Stromnetz angeschlossen und braucht keinen externen Trafo. Was das gegenüber 12 Volt bedeutet, erklärt unser Beitrag LED-Spots mit 230 Volt oder 12 Volt. Für den Anschluss an 230 Volt holen Sie eine fachkundige Person. Bevor jemand an 230 Volt arbeitet, gehört der Stromkreis an der Sicherung abgeschaltet, gegen Wiedereinschalten gesichert und die Spannungsfreiheit geprüft, also ob die Leitung wirklich ohne Spannung ist.
Häufige Fragen
Wie viel Lumen brauche ich pro Quadratmeter?
Für das allgemeine Licht in der Küche rechnen wir mit der Faustregel 250 bis 300 Lumen pro Quadratmeter. Als Richtwert empfohlen werden für die Küche möglichst 500 Lux oder mehr, für das Bad mindestens 300. Ein Lux ist ein Lumen, das auf einem Quadratmeter Fläche ankommt.
Wie viele Spots brauche ich pro Quadratmeter?
Mit unserer Faustregel für die Küche, 250 bis 300 Lumen je Quadratmeter, sind es bei 380 Lumen je Spot rund 0,7 bis 0,8 Spots pro Quadratmeter. Die Zahl ergibt sich aus den Lumen je Quadratmeter geteilt durch die Lumen eines Spots und ändert sich deshalb mit dem Raum und mit dem Spot.
Wie viel Platz brauchen Einbaustrahler in der Decke?
Ein Einbaustrahler braucht in der Decke mindestens so viel Platz, wie seine Einbautiefe angibt. Der flache Rapid aus dem Rechenbeispiel braucht 27 Millimeter; soll er sich ganz schwenken lassen, sind es 32 Millimeter. Das Loch in der Decke hat bei ihm 68 Millimeter Durchmesser. Messen Sie den Hohlraum über der Decke vor der Bestellung und planen Sie Platz für die Kabel ein.
Welchen Abstand brauchen LED-Einbaustrahler zur Dämmung?
Beim Einbaustrahler Rapid darf keine Dämmung auf dem Spot liegen. Seine Sicherheitshinweise verlangen, ihn nicht abzudecken und für Belüftung zu sorgen. Welchen Abstand ein anderer LED-Einbaustrahler zur Dämmung braucht, hängt vom einzelnen Spot ab: Angaben wie der Mindestabstand zu brennbaren Materialien stehen auf dem Typenschild, dem festen Schild an der Leuchte.
Fazit
Messen Sie als Nächstes den Raum aus und legen Sie fest, wofür das Licht dort da ist. Mit Fläche, Lux-Wert und den Lumen des Spots steht die Zahl schnell, das Raster folgt daraus. Spots für den direkten Anschluss an 230 Volt finden Sie in unserer Kategorie Einbauleuchten; Lumen und Abstrahlwinkel stehen auf der Produktseite.