Wie viel Lumen sind in der Werkstatt sinnvoll und warum?
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Wie viel Lumen eine Werkstatt braucht, hängt von der feinsten Arbeit ab, die dort regelmäßig anfällt. Für Arbeiten wie Montieren, Sägen, Schleifen und Lackieren nennt die staatliche Arbeitsstättenregel ASR A3.4 Mindestwerte von 200 bis 750 Lux. Ein Lux ist ein Lumen je Quadratmeter. Auf 20 Quadratmetern sollen also 4.000 bis 15.000 Lumen ankommen. Die Regel gilt für gewerbliche Arbeitsstätten, für die private Werkstatt ist sie eine Orientierung.
Warum ein einzelner Wert für die Werkstatt nicht reicht
Wer im Netz nach einem Wert für die Werkstatt sucht, findet Angaben, die weit auseinanderliegen: von rund 500 Lumen je Quadratmeter, also 500 Lux, bis 1.500 Lux. Mit einer einzigen Zahl lässt sich schlecht planen, denn grobes Montieren verlangt weniger Licht als Lackieren.
Wir bei lambado, einem Onlineshop für LED-Leuchten, raten deshalb: Legen Sie zuerst die Tätigkeit fest und rechnen Sie erst dann mit der Fläche. Die Raumgröße allein sagt zu wenig.
Zwei Begriffe brauchen Sie dafür. Lumen ist die Einheit des Lichtstroms, also der Lichtmenge, die eine Leuchte insgesamt abgibt; diese Zahl steht auf der Verpackung. Lux ist die Einheit der Beleuchtungsstärke und sagt, wie viel von diesem Licht auf einer Fläche ankommt. Mehr dazu steht in unserem Ratgeber, was Lumen bei Leuchtmitteln bedeutet.
Wie viel Lux braucht die Werkstatt je Tätigkeit?
Als Orientierung für die Werkstatt dienen je nach Tätigkeit 200 bis 750 Lux auf der Arbeitsfläche. Diese Werte stammen aus der ASR A3.4, einer Technischen Regel für Arbeitsstätten (Ausgabe Mai 2023), die das Bundesministerium für Arbeit und Soziales bekannt macht. Ihr Anhang 3 nennt für viele Tätigkeiten einen Mindestwert der Beleuchtungsstärke; wir zitieren ihn nach der Wiedergabe der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft.
| Tätigkeit | Mindestwert in Lux | Zeile in Anhang 3 |
|---|---|---|
| Grobe Montagearbeiten | 200 | 16.14 |
| Mittelfeine Montagearbeiten | 300 | 16.14 |
| Schweißen | 300 | 16.6 |
| Grobe und mittlere Maschinenarbeiten an Metall | 300 | 16.7 |
| Kfz-Werkstätten | 300 | 16.18 |
| Arbeiten an der Hobelbank, Leimen, Zusammenbau | 300 | 23.4 |
| Feine Montagearbeiten | 500 | 16.14 |
| Feine Maschinenarbeiten und Schleifen an Metall | 500 | 16.8 |
| Holzbearbeitungsmaschinen, etwa Sägen, Fräsen, Hobeln | 500 | 23.6 |
| Sehr feine Montagearbeiten | 750 | 16.14 |
| Anreißen und Kontrolle | 750 | 16.9 |
| Oberflächenbearbeitung und Lackierung von Metall | 750 | 16.16 |
| Schleifen und Lackieren von Holz, Tischlerei | 750 | 23.5 |
Zum Sägen an der Maschine sind es demnach 500 Lux, zum Schleifen und Lackieren von Holz 750 Lux. Die Werte gelten auf der Fläche der Sehaufgabe, also dort, wo Sie hinsehen und arbeiten, etwa auf der Werkbank oder dem Maschinentisch. Für Präzisionsarbeit nennt die Regel in anderen Zeilen noch höhere Werte.
Gelten die Werte für Betriebe auch in der Hobbywerkstatt?
Nein, in der privaten Werkstatt sind die Werte keine Pflicht: Die ASR A3.4 gilt für gewerbliche Arbeitsstätten. Brauchbar sind sie trotzdem, denn die Regel beschreibt, wie viel Licht man braucht, um eine Arbeit zu erledigen, ohne der Gesundheit zu schaden. Die Regel weist auch darauf hin: Wer mit dem Alter schlechter sieht, kann mehr Licht brauchen. Betreiben Sie Ihre Werkstatt gewerblich, ersetzt dieser Beitrag keine Beratung zu Ihren Pflichten.
Fallen bei Ihnen regelmäßig verschiedene Arbeiten an, raten wir, mit dem höchsten Wert dieser Arbeiten zu rechnen und nicht mit einem Mittelwert. Wer dagegen nur gelegentlich schraubt und den Raum sonst als Lager nutzt, braucht nicht überall das Licht einer Schreinerei: Für Lagerräume, in denen man etwas suchen muss, nennt Anhang 3 nur 100 Lux.
Werkstattbeleuchtung berechnen: von Lux zu Lumen
Lux rechnen Sie in Lumen um, indem Sie den Lux-Wert mit der Fläche in Quadratmetern malnehmen. Die Werkstattbeleuchtung berechnen Sie damit in vier Schritten:
- Bestimmen Sie die feinste Arbeit, die regelmäßig anfällt.
- Lesen Sie ihren Lux-Wert aus der Tabelle ab.
- Rechnen Sie Fläche mal Lux. Das Ergebnis ist der Lichtstrom in Lumen, der auf der Fläche ankommen soll.
- Vergleichen Sie das Ergebnis mit dem Lichtstrom der Leuchte, den der Hersteller in Lumen angibt.
Angenommen, Ihre Werkstatt im Keller misst 5 mal 4 Meter, also 20 Quadratmeter, und Sie sägen und fräsen dort regelmäßig an Maschinen. Dafür stehen 500 Lux in der Tabelle. 20 Quadratmeter mal 500 Lux ergeben 10.000 Lumen.
Diese 10.000 Lumen sind die Untergrenze für den Lichtstrom der Leuchten und kein Zielwert. Auf der Arbeitsfläche kommt nur ein Teil des Lichts an, das eine Leuchte abgibt; wie groß dieser Teil ist, hängt unter anderem von der Leuchte, der Raumform und der Farbe von Decke und Wänden ab. Dazu lässt die Beleuchtungsstärke mit den Jahren nach, weil Leuchten und Räume altern und verschmutzen. Eine feste Prozentzahl für den Zuschlag nennen wir deshalb nicht. Zur Einordnung: Das kleinste unserer Hexagon-Sets weiter unten gibt fast das Doppelte ab.
Grundlicht an der Decke und Beleuchtung der Werkbank getrennt planen
Eine Deckenleuchte allein muss nicht die ganze Arbeit leisten. Wir empfehlen, das Grundlicht an der Decke und das Licht an der Werkbank getrennt zu planen, denn die hohen Werte braucht die Stelle, an der Sie arbeiten, und nicht jeder Quadratmeter. Die ASR A3.4 sieht das für Betriebe ähnlich: Werte über 500 Lux müssen nur dort erreicht werden, wo man hinsieht und arbeitet, zum Beispiel mit einer zusätzlichen Arbeitsplatzleuchte. Der Arbeitsplatz drumherum braucht dann im Durchschnitt mindestens 500 Lux, seine Umgebung im Durchschnitt mindestens 300 Lux.
In Zahlen: Wer in der Werkstatt aus dem Beispiel auch lackiert, bräuchte für 750 Lux im ganzen Raum 15.000 Lumen. Eine Werkbank von 2 Metern Länge und 70 Zentimetern Tiefe hat dagegen nur 1,4 Quadratmeter. Für 750 Lux müssen dort 1.050 Lumen ankommen.
Die Werkbank bekommt deshalb eine eigene Leuchte über der Arbeitsfläche. Gegen Schatten und Blendung helfen diese Punkte:
- Mehrere Leuchten aus verschiedenen Richtungen verringern Schatten auf dem Werkstück. Ganz verschwinden sollen sie nicht, denn an Schatten erkennt man Form und Oberfläche.
- Keine Lichtquelle auf Augenhöhe, sonst blendet sie.
- Helle Decken und Wände verringern den Helligkeitsunterschied zwischen Leuchte und Umgebung.
- Matte Oberflächen an der Werkbank vermeiden Spiegelungen. Auch blanke Werkstücke und glänzende Maschinenteile können blenden.
Welche Lichtfarbe passt in die Werkstatt, 4000 oder 6000 Kelvin?
Ob 4.000 oder 6.000 Kelvin besser passen, hängt davon ab, wie hell Ihre Werkstatt ist und ob Sie dort Farben beurteilen. 4.000 Kelvin ist neutralweiß, 6.000 Kelvin tageslichtweiß, umgangssprachlich kaltweiß. Kelvin ist die Einheit der Farbtemperatur, und je höher der Wert, desto kälter wirkt das Licht. Das Lichtlexikon von licht.de, der Brancheninitiative des ZVEI, ordnet 3.300 bis 5.300 Kelvin als neutralweiß ein und alles darüber als tageslichtweiß.
Nach dem Lichtlexikon wirkt Neutralweiß eher sachlich. Tageslichtweiß wirkt in Innenräumen fahl, solange die Beleuchtungsstärke unter etwa 700 Lux liegt. Arbeiten Sie mit 300 oder 500 Lux und prüfen keine Farben, spricht das für Neutralweiß. Tageslichtweiß empfehlen wir dort, wo Sie Farben genau beurteilen, etwa beim Lackieren. Achten Sie dann auch auf den Farbwiedergabeindex Ra, eine Kennzahl bis 100 dafür, wie gut eine Lampe Farben wiedergibt: Für Lackierarbeiten nennt die ASR A3.4 mindestens Ra 80. Mehr zu den Lichtfarben lesen Sie in unserem Ratgeber zur Farbtemperatur in Kelvin.
Reichen Hexagon-Leuchten als Werkstattbeleuchtung?
Hexagon-Leuchten kommen als Werkstattbeleuchtung infrage, wenn ihr Lichtstrom über dem Ergebnis Ihrer Rechnung liegt. Unsere drei Hexagon-Sets für Garage und Werkstatt bestehen aus LED-Waben, die zusammengesteckt und an Decke oder Wand montiert werden. Die folgende Tabelle zeigt die Werte von unseren Produktseiten. Die Schutzart in der letzten Spalte sagt, wie gut eine Leuchte gegen Fremdkörper und Wasser geschützt ist.
| Set | Lichtstrom | Leistung | Außenmaße | Schutzart |
|---|---|---|---|---|
| 5er Set | 19.320 Lumen | 168 Watt | 2380 x 1620 mm | IP44 |
| 8-teiliges Set | 30.888 Lumen | 265 Watt | 2440 x 2370 mm | IP44 |
| 14er Set mit LED-Rahmen | 80.600 Lumen | 672 Watt | 4845 x 2435 mm | IP20 |
Für die Werkstatt aus dem Beispiel gibt schon das 5er Set fast doppelt so viel Licht ab, wie die Rechnung als Untergrenze ergibt. Bedenken Sie dabei die Lichtfarbe: Alle drei Sets leuchten mit 6.500 Kelvin tageslichtweiß und sind nicht dimmbar. Ein Hexagon-Set ist aus unserer Sicht die falsche Wahl, wenn Sie das Licht dimmen möchten oder ein wärmeres, etwa neutralweißes Licht wünschen. In einer feuchten Werkstatt scheidet das 14er Set mit IP20 aus, denn IP20 bietet keinen Schutz gegen Wasser.
Die Sets werden direkt ans Stromnetz angeschlossen und brauchen keinen externen Trafo. Für den Anschluss an 230 Volt sehen die Produktseiten eine fachkundige Person vor.
Häufige Fragen
Wie viel Lumen pro Quadratmeter brauche ich?
In der Werkstatt sind je nach Arbeit 200 bis 750 Lumen pro Quadratmeter auf der Arbeitsfläche eine Orientierung. Das entspricht 200 bis 750 Lux, denn ein Lux ist ein Lumen pro Quadratmeter. Den Wert für Ihre Arbeit lesen Sie in der Tabelle der Tätigkeiten weiter oben ab.
Wie viel Lumen braucht eine Garage?
Für eine Garage, die nur als Stellplatz dient, nennt unser Garagen-Ratgeber als Faustregel 100 bis 150 Lux. Bei 18 Quadratmetern sind das 1.800 bis 2.700 Lumen. Wie Sie die Garagenbeleuchtung planen, lesen Sie dort.
Sind 8000 Lumen viel?
Ob 8.000 Lumen viel sind, hängt von der Fläche ab: Auf 16 Quadratmetern entsprechen sie rechnerisch 500 Lux. Für dieselbe Fläche und 750 Lux bräuchten Sie 12.000 Lumen.
Sind 100.000 Lumen viel?
Ja, 100.000 Lumen sind für eine private Werkstatt sehr viel. Rechnerisch entsprechen sie 750 Lux auf rund 133 Quadratmetern.
Welche Schutzart braucht die Leuchte in einer unbeheizten Werkstatt?
In einer unbeheizten Werkstatt, in der sich Kondenswasser bilden kann, empfehlen wir mindestens die Schutzart IP44. IP44 heißt, die Leuchte ist gegen feste Fremdkörper ab 1 Millimeter und gegen Spritzwasser aus allen Richtungen geschützt. Leuchten mit IP20 gehören in trockene Räume. Was die beiden Ziffern bedeuten, erklärt unser Ratgeber zu IP-Schutzarten.
Fazit
Notieren Sie als Nächstes, welche Arbeiten in Ihrer Werkstatt regelmäßig anfallen, und messen Sie Raum und Werkbank aus. Mit dem Lux-Wert aus der Tabelle rechnen Sie daraus Ihre Lumen-Zahl. Wenn Sie an der Decke ein helles, tageslichtweißes Licht möchten, sehen Sie sich unsere Hexagon-Sets für Werkstatt und Garage an.